Würdige Verabschiedung des deutschen Steinkhohlenbergbaus

Die RAG-Stiftung, die RAG Aktiengesellschaft und die Evonik Industries AG verabschieden mit dem Projekt „Glückauf Zukunft!“ – und im Schulterschluss mit ihrem Sozialpartner IG BCE – den deutschen Steinkohlenbergbau und würdigen seine historischen Leistungen. Gleichzeitig wollen sie den Blick in die Zukunft lenken und die Erneuerung in den Bergbauregionen mit neuen Impulsen vorantreiben.

„Glückauf!“: Seit vielen Jahrzehnten wünschen sich Kumpel mit dem Bergmannsgruß, dass sich die Lagerstätte auftut und damit einen erfolgreichen Ausgang der Schicht unter Tage. 2018 ist endgültig Schicht im Schacht. Dann schließen in Bottrop und Ibbenbüren die letzten Steinkohlenbergwerke Deutschlands. Für das Ruhrgebiet markiert das Ende des Bergbaus einen historischen Wendepunkt. Im Saarland erfolgte dies bereits mit der Stilllegung der letzten Zeche Mitte 2012. Doch nicht nur diese Regionen wurden nachhaltig durch die Steinkohle geprägt: Sie war der Motor des deutschen Wirtschaftswunders. Wiederaufbau, stetiges Wachstum und steigender Wohlstand wären, gerade in den Gründerjahren der Bundesrepublik, ohne die harte Arbeit der Bergleute nicht denkbar gewesen.

„Wir wollen den deutschen Steinkohlenbergbau nicht sang- und klanglos beenden, sondern mit einem herzlichen Glückauf würdig verabschieden“, so Dr. Werner Müller, Vorstandsvorsitzender der RAG-Stiftung beim heutigen Pressegespräch auf Welterbe Zollverein in Essen. „Jedes Ende markiert bekanntlich auch einen Anfang. Und ich bin sicher, wir können auf die Zeit nach dem Bergbau mit Mut und Zuversicht blicken.“
Vor diesem Hintergrund wurde „Glückauf Zukunft!“ Anfang 2015 von der RAG-Stiftung, RAG und Evonik, gemeinsam mit dem Sozialpartner IG BCE ins Leben gerufen. Unter dem Dach von „Glückauf Zukunft!“ werden bis einschließlich 2018 größere wie kleinere Projekte initiiert, die den Steinkohlenbergbau würdigen und Signale des Aufbruchs geben. Die RAG-Stiftung stellt für ihre Projekte insgesamt rund 30 Millionen Euro zur Verfügung.

Politik, Wirtschaft und Gesellschaft haben in den vergangenen Jahrzehnten große Anstrengungen unternommen, den Strukturwandel in den Bergbauregionen sozial zu gestalten und Perspektiven jenseits von Kohle und Stahl zu schaffen – und das mit Erfolg. Heute stehen die Regionen jedoch vor zusätzlichen Herausforderungen: So haben unter anderem die Globalisierung, die Digitalisierung aller Lebensbereiche, die demografische Entwicklung sowie soziale und kulturelle Herausforderungen tiefgreifende Auswirkungen auf gesellschaftliche Strukturen.

Die RAG-Stiftung sieht sich in der Mitverantwortung, die Zukunft der ehemaligen Kohlereviere aktiv zu entwickeln und zu gestalten. „Durch unseren gesetzlichen Auftrag sind wir wie keine andere Institution eng mit dem Schicksal der Bergbauregionen und ihrer Menschen verbunden“, betont Müller. „Wir wollen unseren Beitrag dazu leisten, dass die Regionen an Ruhr und Saar auch nach dem Bergbau lebenswert und attraktiv bleiben. Das gehen wir im Schulterschluss mit Akteuren aus Politik, Wissenschaft und Gesellschaft an.“ Die RAG-Stiftung will im Rahmen von „Glückauf Zukunft!“ auch eine gesellschaftliche Debatte zu drängenden Zukunftsfragen anstoßen.

Ein Steuerungskreis aus Vertretern von RAG-Stiftung, RAG, Evonik und IG BCE verantwortet die Auswahl der Projekte. „Wir achten auf Ausgewogenheit bei der Projektauswahl: Das gilt gleichermaßen für die Zielgruppen, die zeitliche Verteilung von Aktivitäten bis Ende 2018 und die inhaltlichen Schwerpunkte“, betont Bärbel Bergerhoff-Wodopia, Vorstandsmitglied der RAG- Stiftung. „Am Ende möchten wir möglichst viele Menschen erreichen und auch noch einmal ‚Danke, Kumpels‘ sagen.“

Für das Jahr 2018 sind Projekte mit der erwartungsgemäß größten öffentlichen Wirkung, unter anderem in den Bereichen von Kunst, Kultur und Sport, in der weiteren Überlegung. Ein prominent besetzter Beirat berät den Steuerungskreis von „Glückauf Zukunft!“ bei der Planung ausgewählter Programmpunkte. Die zwölf Beiratsmitglieder kommen aus der Bundes-, Landes-, und Lokalpolitik sowie aus den Bereichen Wissenschaft, Kultur und Sport. Vorsitzender des Beirats ist Fritz Pleitgen, der als Geschäftsführer der RUHR.2010 GmbH umfassende Erfahrungen mit Großprojekten dieser Art sammeln konnte. „Als ehemaliger Chef der Kulturhauptstadt 2010 besitzt er außerdem ein untrügliches Gespür für die Interessen der Bergbauregionen“, so Müller. Und Fritz Pleitgen betont: „Ich freue mich auf die Zusammenarbeit in den nächsten drei Jahren. Der Beirat wird ‚Glückauf Zukunft!‘ mit Rat und Tat unterstützen. Außerdem ist es unser Ziel, weitere Unterstützer aus den Bereichen Kultur, Wissenschaft und Wirtschaft zu gewinnen“.


Weitere Informationen
:

http://www.glueckauf-zukunft.de

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"Glückauf Zukunft!" - Übersicht des Beirates

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