Kooperative Ausbildung an Kohlestandorten wird fortgesetzt

28.02.2010 – Der nordrhein-westfälische Arbeitsminister Karl-Josef Laumann überreichte den Zuwendungsbescheid über die weitere Finanzierung von 235 Ausbildungsplätzen bei der RAG BILDUNG in Kamp-Lintfort.

Eine berufliche Perspektive für Jugendliche verbunden mit der Sicherung des Fachkräftenachwuchses für Unternehmen – das ist die Idee des Projekts „Kooperative Ausbildung an Kohlestandorten“. Dieses ist im Februar 2008 auf Initiative der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) von der nordrhein-westfälischen Landesregierung mit finanzieller Unterstützung der RAG-Stiftung aufgelegt worden, um die im Zuge der kohlepolitischen Beschlüsse erfolgte Reduzierung der Ausbildungskapazitäten der RAG Deutsche Steinkohle in 2007 kurzfristig zu kompensieren. Aufgrund des guten Verlaufs wird das Programm nach einer ersten Verlängerung im Jahr 2009 auch in 2010 fortgesetzt. Neben der Förderung durch das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen in Höhe von 2,15 Mio. € erfolgt erneut ein finanzielles Engagement der RAG-Stiftung zur Weiterführung der außerbetrieblichen Ausbildung der Teilnehmer aus dem ersten Ausbildungsjahr.

„Mit dem Projekt unterstützen wir die Regionen beim Strukturwandel und bei der Schaffung von neuen, aussichtsreichen Arbeitsplätzen, insbesondere in ortsansässigen kleinen und mittelständischen Unternehmen. Es entsteht eine klassische Win-Win-Situation, von der alle profitieren: Den Jugendlichen bieten wir im ersten Ausbildungsjahr eine qualitativ hochwertige Ausbildung bei der RAG BILDUNG und die Aussicht auf Übernahme in ein reguläres betriebliches Ausbildungsverhältnis. Und die Betriebe können auf gut vorbereitete junge Leute zurückgreifen, die im zweiten und dritten Lehrjahr bereits produktiv tätig sind“, erklärte Laumann, ehe er den Förderbescheid über 235 Ausbildungsplätze an Hermann Oecking, Vorsitzender der Geschäftsführung der RAG BILDUNG, übergab.

„Wir freuen uns, dass das erfolgreiche Projekt fortgesetzt wird. Das ist auch ein positives Signal für die Regionen und unterstreicht die hohe Bedeutung einer qualifizierten Ausbildung gerade in Zeiten der wirtschaftlichen Krise“, so Oecking, der Minister Laumann und der RAG-Stiftung für ihr Engagement dankte.

Im Projekt „Kooperative Ausbildung an Kohlestandorten“ absolvieren die teilnehmenden Jugendlichen ihr erstes Ausbildungsjahr an Standorten der RAG BILDUNG. Neben Kamp-Lintfort gehören dazu Duisburg, Oberhausen, Essen, Bottrop, Datteln, Hamm und Bergkamen. Dabei steht ein breites Spektrum an in den Regionen relevanten Ausbildungsberufen zur Verfügung, das vom Mechatroniker bis zum Kaufmann für Bürokommunikation reicht. Ziel ist es, dass die Teilnehmer ihre Ausbildung nach dem ersten Ausbildungsjahr in kleinen oder mittelständischen Unternehmen fortführen.

235 Ausbildungsplätze fördern das nordrhein-westfälische Arbeitsministerium (aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds) und die RAG-Stiftung. Bislang sind 122 der gestarteten Projekt-Teilnehmer in ein betriebliches Ausbildungsverhältnis vermittelt worden. Die verbleibenden Teilnehmer setzen ihre Ausbildung bei der RAG BILDUNG fort. Insgesamt haben somit 357 Jugendliche einen Ausbildungsplatz durch das Projekt erhalten.

Gerade für kleine und mittelständische Unternehmen bietet die „Kooperative Ausbildung an Kohlestandorten“ einen großen Anreiz. Denn durch die Tatsache, dass sie die Auszubildenden erst ab dem zweiten Ausbildungsjahr übernehmen, entfallen ein zeitintensives Auswahl- und Testverfahren. Dies übernimmt die RAG BILDUNG ebenso wie die fachliche Vorqualifizierung der Auszubildenden. Durch eine individuelle Betreuung werden zudem eventuell persönlich vorhandene Defizite ausgeräumt. Darüber hinaus haben die Betriebe die Möglichkeit, die Auszubildenden im Rahmen von Praktika kennen zu lernen. Das bringt für alle Beteiligten Vorteile.