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„Flüssige” Wärme aus der Grube Grubenwasser erreicht Temperaturen von 20 bis 30 Grad – und bietet deshalb viel Potenzial für eine intelligente energetische Nutzung. Zusammen mit den Stadtwerken Bochum nutzt die RAG in Bochum-Werne seit Oktober 2012 Grubenwasser aus der stillgelegten Zeche Robert Müser, um drei Gebäude klimaschonend zu beheizen: die Willy-Brandt-Gesamtschule, die Von-Waldthausen-Grundschule und die Hauptwache der Bochumer Feuerwehr. Das bundesweit einmalige Geothermie-Projekt reduziert den CO2-Ausstoß im Vergleich zur konventionellen Wärmeversorgung um mindestens 245 Tonnen pro Jahr – für NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin ein „hochspannender regionaler Ansatz” zur Umsetzung der Energiewende. Herr Roth, nach welchen Vorgaben muss sich die RAG bei der Wasserhaltung richten? Die verbindliche Grundlage für unsere sämtlichen Aktivitäten im Wassermanagement bildet unter anderem die Wasserrahmenrichtlinie der Europäischen Union beziehungsweise die daraus abgeleiteten Fachgesetze auf Bundes- und Landesebene. Die Richtlinie nennt generell Ziele für die Qualität von Grundwasser und Oberfl ächengewässern. Sie spielen für uns überall dort eine Rolle, wo sich der Bergbau wasserwirtschaftlich auswirkt. Wenn wir zum Beispiel Grubenwasser in einen Fluss einleiten, dürfen wir vereinbarte Zielwerte im Gewässer für Stoff e wie Eisen oder Chlorid nicht überschreiten. Wie können Sie das garantieren? Zum einen führen wir in Zusammenarbeit mit dem Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen selbst regelmäßig Wasseranalysen durch. Zum anderen kontrollieren die Behörden laufend die Wasserqualität. Wie veränderten sich die Anforderungen im Laufe der vergangenen Jahre? Früher ging es im Wesentlichen darum, Wasser schadlos in Flüsse abzuführen. Dabei galt es vor allem, dass die Gruben im aktiven Bergbau trocken bleiben, in Senkungsbereichen Landwirtschaft möglich ist und Hauskeller nicht volllaufen. In den letzten Jahrzehnten verschärften sich mit steigendem Bewusstsein für Umwelteinfl üsse auch die Anforderungen für einen verantwortungsvollen, langfristig nachhaltigen Umgang mit Wasser im Bergbau deutlich, insbesondere seit Inkrafttreten der EU-Wasserrahmenrichtlinie. Heute steht auch die Frage im Fokus, wie sich Einleitungen von Oberfl ächen-, Grund- oder Grubenwasser auf die Gewässerqualität auswirken. Festzuhalten ist, dass die RAG schon immer alle gesetzlichen Anforderungen erfüllte und sich darüber hinaus für die Verbesserung der Überwachungsmethoden einsetzte. Vor welchen künftigen Herausforderungen steht die RAG? Im Jahr 2015 läuft der mit Behörden und Öff entlichkeit vereinbarte sogenannte „erste Bewirtschaftungsplan” aus, die nötigen Schritte zum Erreichen der Ziele sind dann neu abzustecken. Wir gehen davon aus, dass sich die derzeit geltenden Anforderungen an Oberfl ächengewässer und Grundwasser weiter verschärfen. Dem passen wir unsere Maßnahmen laufend an, zum Beispiel, wenn es darum geht, wie wir die Nebenfl üsse des Rheins zielgerichtet entlasten. Mit hohem Druck ans Tageslicht Zeche Zollverein, 14. Sohle: In der Pumpenkammer in rund 1000 Meter Tiefe arbeiten immer zwei von insgesamt sechs großen Kreiselpumpen ständig auf vollen Touren. Circa 9000 Liter Wasser schaff t die Anlage über zwei Steigleitungen pro Minute an die Tagesoberfl äche – mit dem immensen Anfangsdruck von rund 100 bar. Um den energetischen Aufwand für den Betrieb der Anlage so gering wie möglich zu halten, arbeitet die RAG kontinuierlich an innovativen Sparmaßnahmen. Das geschieht unter anderem im Rahmen ihres Energiemanagementsystems nach internationaler Norm. „Die Anforderungen verschärfen sich” Einsatz weit über gesetzliche Vorgaben hinaus: Die „Steinkohle” sprach mit Markus Roth, Abteilungsleiter Genehmigungsverfahren (BGG1), über die Herausforderungen einer nachhaltigen Wasserwirtschaft. Pumpenkammer Zollverein: Aus rund 950 Meter Tiefe befördern die riesigen Kreiselpumpen etwa 9000 Liter Wasser pro Minute an die Tagesoberfl äche. Inbetriebnahme des gemeinsamen Geothermie-Projekts der RAG und der Stadtwerke Bochum: NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin kam zur Einweihung an den ehemaligen Zechenstandort Robert Müser in Bochum. FOTOS: VOLKER WICIOK (2), SIEGFRIED SCHWESIG; ILLUSTRATION: DIETER DUNEKA N a c h h a l t i g k e i t Steinkohle Nachbergbau 1 9 Markus Roth, Servicebereich Standort- und Geodienste


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