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1 8 Nachbergbau Steinkohle N a c h h a l t i g k e i t Die Wasserhaltung eines Bergwerks besteht aus einer Vielzahl von Sammelbecken, Pumpen und Rohrleitungen. Das System fördert das Grubenwasser nach über Tage, wo es über Vorfl uter abgeleitet wird. Vorfluter wasserführende Schicht Hauptwasserhaltung wasserstauende Schicht Hauptwasserhaltung Nebenwasserhaltung Kleinwasserhaltung Standwasser Wasserdamm Tauchpumpenwasserhaltung Hauptwasserhaltung Sumpf Zubringerpumpe Schachtsumpf mit Sumpfpumpe Wasserzufluss aus dem Gebirge Fließrichtung Kleinwasserhaltung Wasserseige Wasserseige Fallleitung 2 Steigleitungen Wirtschaftliche Wasserhaltung Neue Technologien und geringere Fördertiefen können dazu beitragen, die Kosten für die Ewigkeitsaufgaben zu senken. D ie systematische Erschließung der Steinkohle lässt sich bis ins 16. Jahrhundert zurückverfolgen. Bis heute erlebte der Tiefb ergbau eine einzigartige industrielle Entwicklung, die wegen der voranschreitenden Technisierung die Kohlenförderung in immer größeren Tiefen möglich machte. Allein im Ruhrgebiet beläuft sich die Zahl der ehemaligen Zechen auf mehrere Tausend. Ende 2018 stellen die letzten Bergwerke der RAG ihre Förderung ein. Was bleibt, ist die Verantwortung. Schon heute steht die RAG dafür gerade, dass durch die Auswirkungen des industriellen Bergbaus kein Grubenwasser in aktive Bergwerke gelangt, noch dass es sich mit dem darüber liegenden Grundwasser mischt. Dieser Verpfl ichtung bleibt die RAG auch nach Auslauf des deutschen Steinkohlenbergbaus treu. Um die Umwelt intakt zu halten, bildet das systematische Wassermanagement für die RAG deshalb eine der wichtigsten Ewigkeitsaufgaben – an der Ruhr ebenso wie an der Saar und in Ibbenbüren: Grubenwas- ser muss abgepumpt werden – heute und über 2018 hinaus. Rund 100 Millionen Kubikmeter Grubenwasser pro Jahr fördert die RAG aktuell an insgesamt neun Standorten im Ruhrrevier – eine Herausforderung, die sich nur mit Fachwissen, mit einem leistungsstarken Team, mit Hilfe modernster Technologie und mit ho - hem fi nanziellem Einsatz bewältigen lässt. Ökonomische Stellhebel nutzen Rund 100 Millionen Euro muss die RAG entlang der Ruhr und der Saar dafür jährlich aufwenden. Dabei geht sie sehr sorgsam mit ihren fi nanziellen Mitteln um: Um die Ewigkeitskosten sukzessive zu reduzieren, nutzt das Unternehmen schon heute verschiedene Optionen und entwickelt sie stetig weiter fort. Einen Stellhebel stellt die Pumpentechnologie selbst dar. Statt Kreiselpumpen setzt die RAG verstärkt auf die sogenannte „Brunnenwasserhaltung“. Dabei kommen moderne Tauchpumpen zum Einsatz, die, von der Erdoberfl äche abgelassen, direkt im Grubenwasser hängen. Die bei Kreiselpumpen notwendigen Kosten für einen Maschinenraum unter Tage und die Frischluft zufuhr entfallen. Einen weiteren Ansatz gibt es bei der Fördertiefe des Grubenwassers – aktuell liegt sie in der Ruhrregion im Schnitt bei 950 Metern, an der Saar bei 800 Metern. Das Ziel lautet, das Grubenwasser so weit wie möglich ansteigen zu lassen – ohne dass es mit Grundwasser in Be - rührung kommt. „Bei allen wirtschaft lichen Überlegungen: Der Schutz von Grund- und Trinkwasser besitzt für uns oberste Prio ri tät“, unterstreicht Prof. Dr. Peter Fischer, Leiter des Servicebereichs Standort- und Geo diens- te. „Der Abstand liegt in der Regel deshalb bei mehreren Hundert Metern.“ Die Fördertiefe beeinfl usst die Wirtschaft - lichkeit der Wasserhaltungen. Je geringer die Fördertiefe, desto niedriger fallen die Pumpkosten aus. Neben der Fördertiefe spielt die Zahl der Wasserhaltungsstandorte eine be - deutende Rolle. Eine Reduzierung der Standorte führt zur Steigerung der Wirtschaftlichkeit. „Der Schutz des Grundwassers besitzt höchste Priorität.” Prof. Dr. Peter Fischer, Servicebereichsleiter Standort- und Geodienste


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