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1 4 Nachbergbau Steinkohle N a c h h a l t i g k e i t Verantwortung übernehmen, gestern, Das Erbe des Bergbaus bringt Verpfl ichtungen mit sich – begonnen bei der Standsicherheit und der Stabilität von alten Schächten bis hin zur verlässlichen Regulierung von Bergschäden. Die RAG steht den Bergbauregionen gegenüber im Wort. Für alle ihre Aktivitäten legte sie hohe Qualitätsstandards fest. Der Altbergbau umfasst Standorte, mit denen der Bergbau vor mehreren Hundert Jahren im südlichen Ruhrgebiet begann. Er hinterließ allein in Nordrhein-Westfalen insgesamt 50.000 Tagesöff nungen. Etwa 17.000 davon lassen sich Unternehmen wie E.on, RWE oder auch ThyssenKrupp als Bergbaunachfolgegesellschaften zuordnen. Nur 4700 Tagesöff nungen fallen in den Verantwortungsbereich der RAG. In Fällen ohne Rechtsnachfolger kümmert sich das Land NRW um die Standsicherheit der jahrhundertealten Schächte. Die unterschiedlichen Zuständigkeiten und verschiedenen Standards führen mancherorts zu komplizierten Situationen. Das Know-how der RAG im Umgang mit dem Altbergbau ist weltweit einzigartig. Von dem Expertenwissen können bei Bedarf auch auf andere profi tieren.  Bis zum 18. Jahrhundert gab es im Bergbau nur begrenzte technische Möglichkeiten zur Kohlenförderung. Die da - mals zur Verfügung stehenden Techniken machten es den Bergbaugesellschaft en nur möglich, Kohle aus Lagerstätten abzubauen, die nah an der Oberfl äche lagen. Erst mit heranschreitender Technologisierung gelang es, Kohle auch aus größeren Tiefen zu fördern. Die Mehrzahl der Zechen ging, und mit ihr auch ihre Betreiber. Für die Folgen des Altbergbaus übernimmt die RAG in ihrem Zuständigkeitsbereich die Verantwortung. Um Gefahren vorzubeugen, verfüllt sie die alten Schächte nach hohen Sicherheitsstandards. Das gilt für rund 7300 Tagesöff nungen an Ruhr, Saar und in Ibbenbüren. Es gelten hohe Qualitätskriterien „Tagesbrüche können lange nach Abbauende entstehen. Wir wissen um das Risiko. Deswegen handeln wir proaktiv und be - trei ben im Sinne von Prävention Ge fahren besei ti gung“, erklärt Stefan Hager, Be - reichsleiter Bautechnik/Bergschäden im Ser vice bereich Standort- und Geodienste. Die Voraussetzung dafür bildet das Fachwissen der Experten im Unternehmen. Sie wissen, wo sich die teilweise bis zu 200 Jahre al ten Schächte und Gruben befi nden. Seit Mitte der 1970er Jahre verzeichnen Vermessungsexperten der RAG mit den neuesten Altbergbau Qualitätskontrolle steht an oberster Stelle: Mitarbeiter prüfen regelmäßig die Zusammensetzung des Verfüllmaterials. Am ehemaligen Bergbaustandort Heinrich Robert in Hamm ver füllen Mitarbeiter der RAG die beiden Schächte mit Beton. „Die fi nanziellen Mittel für die Folgen des Steinkohlenabbaus sind gesichert – auch über das Jahr 2018 hinaus.” Dr. Jürgen Rupp, Vorstand Finanzen Technologien alle ehemaligen Lagerstätten. Die Informationen fl ießen in eine umfangreiche Datenbank ein. 140.000 Blätter in Karten und Risswerken dokumentieren Ort und geometrische Daten für jeden einzelnen Schacht. Eine zusätzliche Risikokennziff er signalisiert die Dringlichkeit der Sanierung. Der Handlungsbedarf hängt entscheidend davon ab, was sich oberhalb der alten Lagerstätten befi ndet. Ganz oben auf der Liste zur Verfüllung stehen Schächte an Schulen, öff entlichen Gebäuden oder auch Kinderspielplätzen. Liegen alte Schächte in Waldgebieten, sind diese abgezäunt, und Hinweisschilder warnen vor möglichen Ge - fahren. Für die Schachtverfüllung gelten bei der RAG hohe Qualitätsstandards. Und nicht für jeden Schacht verwendet die RAG die gleiche „Rezeptur“, weil jeder Schacht an - dere Beschaff enheiten aufweist und seine eigenen Besonderheiten besitzt. Unabhängige externe Gutachter entscheiden nach den örtlichen technischen und geologischen Rahmenbedingungen über Verfahren und Material. Bei der Entscheidung über Lavagranulat oder Beton, über Teil- oder Vollverfüllung steht die dauerhaft e Stabilisierung der Schäch te im Vordergrund. „Standsicherheit der Schächte“ lautet die Verantwortung der RAG, die sie gewissenhaft wahrnimmt. Gestern, heute und auch in Zukunft . Experten der RAG vermessen einen Landschaftsabschnitt.


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