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1 2 Bergbaukul tur und soziale Verantwor tung Steinkohle N a c h h a l t i g k e i t Steinkohlenbergbau fördert Kultur und Forschung Der Bergbau schrieb Geschichte und prägte dabei ganze Regionen im Saarland und in NRW. Sein Erbe wollen RAG und RAG-Stiftung pfl egen, weiterentwickeln sowie den Nachfolgegenerationen zugänglich machen – in Kooperation mit zahlreichen Partnern. U nter nachhaltigem Handeln versteht die RAG auch, ihr kulturelles und soziales Erbe in die Zukunft zu tragen. Wie kaum eine andere Branche prägte Bergbau die Identität und Kultur der Regionen, die Kohlen förderten. Seine Einfl üsse sind bis heute spürbar: Wo über Jahrhunderte hinweg die Förderung von Kohle die Geschicke der Menschen bestimmte, pfl egt man das bergmännische Brauchtum bis heute. Die tiefe Verbundenheit der Menschen mit dem Bergbau spürt man in der gesamten Region. Mit dem Auslauf jedoch geht eine Ära zu Ende. Daher gilt es nun, passende und neue Formen zur Bewahrung des Erbes zu fi nden. Geschichte in die Zukunft tragen Das kulturelle Erbe mit Blick auf die Nachbergbauzeit zu bewahren bildet eine nachhaltige Aufgabe. So erklärt sich auch, dass im Juni am Standort Ensdorf an der Saar rund 50 Vereine mit einer festlichen Bergparade und unter großer Anteilnahme von Politik und Bevölkerung erstmals den „Tag des Bergmanns“ feierten. Ein Jahr nach dem Abschied vom Steinkohlenbergbau im Saarland wollten sie Flagge zeigen und an die wirtschaft lichen Leistungen und die historische Bedeutung ihres Berufsstands erinnern. Auch das begreift die RAG als Verantwortungskultur: sich zukünft ig im - mer wieder ihrer Wurzeln zu vergewissern und gleichzeitig den Stolz der Bergleute auf ihren Berufsstand in der Industriegeschichte zu bewahren. Das Vermächtnis für nachkommende Generationen gilt es nicht nur zu hü - ten, sondern auch in zeitgemäßer Form zu - gänglich zu machen und wissenschaftlich aufzuarbeiten. Das ambitionierte Vorhaben zählt zu den wichtigsten Herausforderungen der RAG für die kommenden Jahrzehnte. Kulturelle Einrichtungen spielen in diesem Zusammenhang eine besondere Rolle. Der RAG liegt daran, dem Bergbau ein nachhaltiges Andenken zu schaffen. Im Ruhrgebiet widmet sich gleich eine ganze Reihe von Museen mit unterschiedlichen Schwerpunkten der Geschichte der Schwerindustrie. In anschaulichen Ausstellungen tragen sie da zu bei, dass Wissen und wertvolle Erinnerungen nicht verloren gehen. Zu ihnen gehört auch das Deutsche Bergbau-Museum (DBM) in Bochum, ein bedeutender Schauplatz des Bergbaus, aber insbesondere auch ein Ort der Dokumentation und Forschung. Identität stiften durch Erinnern Die gelebte Erinnerungskultur stellt einen wichtigen Teil des Wandels in der Region dar, denn die Werte, die unter Tage durch die enge Verbundenheit der Kumpel entstanden, fi nden auch in der Nachbergbauzeit weiter Anerkennung: Tugenden wie Zusammenhalt, Mut und Toleranz braucht es auch in Zukunft . Sie bilden das ideelle Fundament, auf dem die Ge ne ra tio nen den Wandel der einstigen Steinkohlenregion gemeinsam gestalten. Nur wo Vergangenes Wertschätzung erfährt, kann Neues wachsen. Viele ehemalige Bergleute engagieren sich heute in der historischen Aufarbeitung und als Botschaft er der Bergbaukultur auf den stillgelegten Zechen. Als Zeitzeugen der zu Ende gehenden Industrieepoche vermitteln sie den Jüngeren ein lebendiges Bild der Technik, Sitten und Gebräuche des Steinkohlenbergbaus. So leisten sie einen wichtigen Beitrag und tragen mit ihrer authentischen Art dazu bei, dass ehemalige Bergbauareale im - mer mehr Touristen anziehen. Wirtschaftsfaktor Industriekultur Dazu trug auch die Entwicklung in den vergangenen zwei Jahrzehnten bei: Es entstand eine Vielzahl attraktiver Kultureinrichtungen an vielen Bergbaustandorten im Ruhrgebiet. Die 400 Kilometer lange Route der Industriekultur zeigt eindrucksvoll diesen Strukturwandel auf. Von den Veränderungen zeugen nicht zuletzt die vielen Kunstprojekte auf den ehemaligen Zechen und Halden. Zu den schönsten zählt das sogenannte „Geleucht“ auf der Halde Rheinpreussen bei Moers, das der Künstler Otto Piene 2007 gestaltete. Das Ob - jekt in Form einer überdimensionalen Davy- Grubenlampe taucht die beliebte Landmarke nachts in feuerrotes Licht. Ein Stück lebendige Vergangenheit. „Gerade die wissenschaftliche Begleitung stellt die Nachhaltigkeit des historischen Erbes sicher.” Eberhard Schmitt, Leiter Kommunikation der RAG


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