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Im Sinne der Mitarbeiter setzt die Hand in Hand für die sozialen Belange der Belegschaft: Die gelebte Sozialpartnerschaft im Unternehmen ist beispielgebend für Auch in Brüssel in vorderster Reihe: Bergleute bei der Kundgebung des Europäischen Gewerkschaftsbunds. Bei einem Kohleaktionstag im Jahr 2010 forderten Kumpel und Gewerkschaft gemeinsam ihr gutes Recht – die Einhaltung des Steinkohlefi nanzierungsgesetzes.  Die ideellen Wurzeln der Mitbestimmung reichen zurück bis in die Anfänge der modernen Industriegesellschaft . Schon im frühen 19. Jahrhundert traten sozialliberale konservative Sozialökonomen, Staatsrechtler und Sozialreformer für den Rechtsanspruch der Beschäft igten auf eine Arbeitervertretung in den Fabriken ein. Der wirkliche Durchbruch bei der Mitbestimmung gelang allerdings erst nach dem Zweiten Weltkrieg: Am 10. April 1951 verabschiedete der Bundestag das „Gesetz über die Mitbestimmung der Arbeitnehmer in den Aufsichtsräten und Vorständen der Unternehmen des Bergbaus und der Eisen und Stahl erzeugenden Industrie“, das die paritätische Mitbestimmung fest verankerte. Seitdem gehört die Montan-Mitbestimmung als fest verankerte Institution zum deutschen Steinkohlenbergbau. Bis heute bildet sie eine tragende Säule in der Sozialpartnerschaft des deutschen Bergbaus, denn: Sozialpartnerschaft bedeutet Handeln auf Augenhöhe, die Bereitschaft , unterschiedliche Interessenlagen anzuerkennen und zu verantwortungsvollen Kompromissen zu gelangen. Genau das bestimmte und bleibt die Grundlage der Montan-Mitbestimmung in Deutschland. Die Montan-Mitbestimmung bewirkte in den vergangenen Jahren viel Positives für den sozialen Frieden im Unternehmen und in der Region. Mehr denn je steht sie heute für verantwortliches unternehmerisches Handeln unter Berücksichtigung der Interessen von Arbeitgebern und Arbeitnehmern. Bereits anlässlich des 50-jährigen Jubiläums erklärte der ehemalige Bundespräsident Johannes Rau: „Ich kann mich an sehr viele Situationen im Bergbau und in der Stahlindustrie erinnern, in denen die Montan-Mitbestimmung konstruktive Lösungen möglich machte, die sonst von keiner Seite, weder von den Beschäft igten noch von den An - teilseignern, akzeptiert worden wären.“ Seit Gründung der Ruhrkohle AG im Jahr 1968 musste der Steinkohlenbergbau in Deutschland einen Rückgang um 250.000 Mitarbeiter verkraft en. Von den bei der Gründung der RAG eingebrachten 52 Bergwerken, 29 Kokereien und fünf Brikettfabriken blieben bis heute noch drei Bergwerke. Ein Schrumpfprozess, der seinesgleichen sucht und bis heute sozialverträglich abläuft . „Trotz schmerzhaft er An pas sun gen fi el kein Beschäft igter „ins Bergfreie“ – und das bleibt auch bis zum politisch be schlos se nen, sozialverträglichen Auslauf des deutschen Steinkohlenbergbaus im Jahr 2018 so“, betont Norbert Maus, Vorsitzender der Ar beits gemein schaft der Betriebsräte im RAGKonzern und des Gesamtbetriebsrats der RAG „Noch nie fi el ein Mitarbeiter ins ,Bergfreie’ – wir stehen dafür ein, dass das auch so bleibt.” Norbert Maus, ABK-Vorsitzender Deutsche Steinkohle. „Auch in Phasen, die den Be schäft ig ten viele Opfer abverlangten, handelten die Verantwortlichen stets im konstruktiven und partnerschaft lichen Miteinander.“ Auf dem Weg bis zum Jahr 2018 stehen Unternehmen und Mitbestimmung noch vor großen Herausforderungen. Sie führen den deutschen Steinkohlenbergbau zu Ende. Alle übernehmen Verantwortung, jeder an seiner Stelle. Maus unterstreicht: „Das wichtigste Gut dabei ist die uneingeschränkte Solidarität der Bergleute untereinander.“ Und genau diese Solidarität macht die Sozialpartnerschaft aus. „Solidarität ist die Quelle unserer Kraft “, brachte es der Vorsitzende der IGBCE Michael Vassiliadis auf dem fünft en Ordentlichen Gewerkschaft skongress im Oktober auf den Punkt. Der Zu - sam men halt zeichne die Unternehmenskultur der RAG in besonderem Maße aus. Die gelebte Sozialpartnerschaft bei der RAG fi nde sich in keinem anderen Unternehmen in dieser Form wieder – in keinem anderen Industriezweig verlaufen Stellenabbau und -verlegung so geräuschlos wie in diesem Unternehmen. Damit leisten RAG und Beschäft igte einen wertvollen Beitrag zum nachhaltigen Miteinander. Denn nachhaltiges Handeln bedeutet, Verantwortung zu übernehmen. Das tut die RAG für ihre Mitarbeiter – und umgekehrt. FOTOS: DIETMAR KLINGENBURG (2), RAG-ARCHIV, CHRISTIAN BURKERT 1 0 Mi tarbei ter und Unternehmen Steinkohle N a c h h a l t i g k e i t


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